Während der Bedarf an professionellen Sicherheitsdienstleistungen kontinuierlich steigt, wächst auch die Notwendigkeit von verlässlichen Qualitätsmaßstäben. Mit Zertifizierungen wie der DIN 77200 oder der DIN EN ISO 9001 werden nun Qualitätsstandards etabliert, an denen Sie sich als Unternehmen zuverlässig orientieren können.
Mit solchen Zertifikaten sorgt die Branche für Transparenz in einem sensiblen Marktsegment. Besonders die DIN 77200 ist ein maßgebliches Zertifikat für Sicherheitsdienste und prägt die Qualitätsanforderungen der Branche nachhaltig.
Doch welche konkreten Auswirkungen haben diese Zertifizierungen auf die tägliche Arbeit von Sicherheitsdiensten? Und unter welchen Voraussetzungen werden sie eigentlich vergeben? Im Folgenden erfahren Sie, welche Zertifikate es gibt, was sie konkret regeln, wie sie vergeben werden und wie Sie als Unternehmen von ihnen profitieren.
Inhalt
Wichtige Sicherheitszertifikate im Überblick
Die Landschaft der relevanten Sicherheitszertifikate präsentiert sich vielschichtig und vor allem zielorientiert. Jedes Zertifikat adressiert dabei spezifische Qualitätsaspekte. Insbesondere die Folgenden sind am Markt wichtig:
DIN 77200
Das Zertifikat DIN 77200 nimmt in der Sicherheitsbranche eine Schlüsselposition ein. Als branchenspezifische Norm definiert sie präzise Qualitätsstandards für Sicherheitsdienstleistungen. Dabei gliedert sie sich in zwei wesentliche Teile.
Die DIN 77200-1 legt als Basis-Norm die allgemeinen Qualitätsstandards für Sicherheitsdienstleistungen fest. Sie regelt zentrale Aspekte wie
- die Qualifikation des Sicherheitspersonals,
- die Organisation von Arbeitsabläufen sowie
- die technische Ausstattung.
Besonders wichtig sind dabei die verbindlichen Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung sowie die Standards für die Dokumentation sicherheitsrelevanter Vorfälle.
Die DIN 77200-2 ergänzt diese Grundlagen um spezifische Anforderungen im Bereich Werkschutz. Sie definiert präzise Vorgaben für
- die Sicherung von Betriebsgeländen,
- den Umgang mit sensiblen Unternehmensbereichen und
- die Integration in betriebliche Sicherheitskonzepte.
DIN EN ISO 9001
Die DIN EN ISO 9001 ist ein internationaler Standard für das Qualitätsmanagement. Sie stellt sicher, dass Sicherheitsdienste ihre internen Prozesse systematisch planen, durchführen und vor allem kritisch überwachen. Dies umfasst beispielsweise
- die Entwicklung von Notfallplänen,
- die Regelung von Verantwortlichkeiten sowie
- die kontinuierliche Verbesserung der Dienstleistungsqualität.
Die Einhaltung der festgelegten Standards wird über regelmäßige externe Audits garantiert.
BDSW-Qualitätssiegel
Das BDSW-Qualitätssiegel des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft geht noch einen Schritt weiter. Es prüft nicht nur die Erfüllung formaler Kriterien, sondern bewertet auch die praktische Umsetzung im Unternehmensalltag. Sicherheitsdienste müssen hier nachweisen, dass sie
- ein funktionierendes Beschwerdemanagement haben,
- ihre Mitarbeiter fair behandeln und
- wirtschaftlich solide aufgestellt sind.
Hier stellen regelmäßige Kontrollen des Verbandes die dauerhafte Einhaltung der Standards sicher.
Spezialisierte Zertifikate
Zusätzlich existieren spezialisierte Zertifikate für einzelne Dienstleistungsbereiche. Diese bestätigen die besondere Expertise eines Sicherheitsdienstes in den jeweiligen Bereichen.
Dabei werden oft zusätzliche Schulungen sowie spezielle technische Ausstattung vorausgesetzt. So gibt es beispielsweise im Bereich der Luftsicherheit die Zertifizierung nach § 9 LuftSiG, bei der spezielle Schulungen im Umgang mit Luftsicherheitskontrollen notwendig werden.
Für Sie als Auftraggeber bedeutet das: Je nach Anforderungsprofil lässt sich anhand der Zertifizierungen gut erkennen, ob ein Sicherheitsdienst über die notwendigen Qualifikationen verfügt – und somit zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt.
Anforderungen und Prüfprozesse bei Zertifizierungen
Die Erlangung eines Zertifikats wie der DIN 77200 ist für Sicherheitsdienste mit einem umfangreichen Prüfungsprozess verbunden, der von unabhängigen Zertifizierungsstellen durchgeführt wird. Von der Unternehmensstruktur über die Personalqualifikation bis hin zur technischen Ausstattung – die Prüfer nehmen jeden Aspekt genau unter die Lupe.
Der Zertifizierungsprozess beginnt meist mit einer ausführlichen Prüfung von Dokumenten. Hier müssen die Sicherheitsdienste nachweisen, dass sie über die erforderlichen Konzepte, Richtlinien und Arbeitsanweisungen verfügen.
Besonders wichtig ist dabei eine lückenlose Dokumentation aller qualitätsrelevanten Prozesse. Die Prüfer achten außerdem darauf, dass diese Dokumente nicht nur existieren – sie müssen auch regelmäßig aktualisiert werden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Vor-Ort-Audits: Hier überprüfen die Auditoren die praktische Umsetzung der dokumentierten Standards. Sie
- führen Gespräche mit Mitarbeitenden verschiedener Hierarchieebenen,
- begutachten die technische Ausstattung und
- beobachten die tatsächlichen Arbeitsabläufe.
Nur wer auch in der Praxis überzeugt, erhält das angestrebte Zertifikat. Leichtfertig werden solche Zertifizierungen also nicht vergeben – wer ein Zertifikat hat, der hat auf allen Ebenen überzeugt.
Entwicklung und Trends bei Sicherheitszertifikaten
Die Anforderungen an Sicherheitsdienstleistungen entwickeln sich ständig weiter – und mit ihnen auch die Zertifizierungen in diesem Bereich. Besonders die DIN 77200 wird regelmäßig an die aktuellen Herausforderungen angepasst. Dabei spielen seit den letzten Jahren vor allem die neuen Bedrohungsszenarien durch die zunehmende Digitalisierung eine wichtige Rolle.
Zertifizierte Sicherheitsdienste müssen deshalb in den regelmäßigen Kontrollen auch nachweisen, dass sie mit diesen Entwicklungen Schritt halten können. Nicht selten bedeutet das auch, dass sie ihre Qualifikationen entsprechend erweitern müssen – etwa über Fortbildungen oder angepasste Prozesse.
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So zeigt sich eine Zertifizierung in der Praxis
Die Wirkung einer Zertifizierung nach DIN 77200 zeigt sich besonders deutlich in den operativen Prozessen eines Sicherheitsdienstes. Denn die standardisierten Abläufe sorgen für eine messbar höhere Qualität der Dienstleistung.
Und das ergibt natürlich auch Sinn. Denn die Mitarbeitenden profitieren von klaren Handlungsanweisungen – und die Führungskräfte können durch definierte Kontrollmechanismen die Qualität kontinuierlich überwachen.
Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle der Aspekt der Personalentwicklung: Zertifizierte Sicherheitsdienste investieren nachweislich mehr in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Sie verfügen über strukturierte Schulungsprogramme und fördern die fachliche und persönliche Entwicklung ihres Teams.
Zertifizierte Dienstleister müssen darüber hinaus nachweisen, dass sie ihre Abläufe regelmäßig evaluieren und bei Bedarf anpassen. Diese kontinuierliche Überprüfung und Optimierung der Prozesse führt zu einer stetigen Verbesserung der Dienstleistungsqualität.
Darum lohnt sich ein zertifizierter Sicherheitsdienst
Die Zusammenarbeit mit einem nach DIN 77200 zertifizierten Sicherheitsdienst bietet Ihrem Unternehmen handfeste Vorteile. Zunächst schon deshalb, weil Qualität hier nicht nur ein Versprechen ist – sondern eine tatsächlich nachprüfbare Größe.
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Transparente Leistungserbringung
Die zertifizierten Prozesse ermöglichen eine transparente Leistungserbringung. Als Kunde wissen Sie zu jedem Zeitpunkt welche Leistungen erbracht werden, wie die Qualitätskontrolle erfolgt und welche Ansprechpartner zuständig sind. -
Rechtliche Absicherung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die rechtliche Absicherung. Im Schadensfall können Sie nachweisen, dass Sie bei der Dienstleister-Auswahl mit gebotener Sorgfalt vorgegangen sind. Das schützt nicht nur vor rechtlichen Konsequenzen – es sorgt auch für ein besseres Gefühl im täglichen Betrieb.
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Verlässliche Servicequalität
Die regelmäßigen Audits zahlen direkt auf den Kundenservice ein. Denn hier stehen auch die Serviceprozesse und das Beschwerdemanagement auf dem Prüfstand. Das Ergebnis: Sie erhalten eine kontinuierlich hohe Servicequalität bei maximaler Dienstleistungsqualität, die sich auch in kritischen Situationen bewährt. -
Professionelles Krisenmanagement
Die Mitarbeitenden eines zertifizierten Sicherheitsdienstes sind nachweislich besser geschult. Mit ihrem umfangreichen Know-how reagieren sie in kritischen Situationen souveräner und treffen fundiertere Entscheidungen.
Bei der Auswahl eines Sicherheitsdienstleisters sollten Sie die Zertifizierungen immer kritisch prüfen. Sind die Zertifikate aktuell? Welche Kombination von Zertifikaten liegt vor? Und passt diese zu Ihren individuellen Ansprüchen?
Neben der Einhaltung von Normen überzeugt ein seriöser Anbieter zudem durch regionale Präsenz, langjährige Branchenerfahrung und eine kompetente Beratung bereits im Erstkontakt.
Fazit und Ausblick
Zertifizierungen wie die DIN 77200, DIN EN ISO 9001 und das BDSW-Qualitätssiegel sind heute ein unverzichtbares Instrument in der Sicherheitsbranche. Sie definieren verbindliche Standards, gewährleisten professionelle Prozesse und schaffen Transparenz für alle Beteiligten.
Sie als Kunde erhalten durch die Zertifizierungen die Gewissheit, einen qualifizierten Partner zu haben, der nachweislich höchste Qualitätsstandards erfüllt – und auch zukünftig einhält. Zeitgleich profitieren Sie im Schadensfall von einer rechtlichen Absicherung. Die Wahl eines zertifizierten Sicherheitsdienstleisters ist somit eine Investition in die gegenwärtige und die zukünftige Sicherheit Ihres Unternehmens.
Mit Blick in die Zukunft wird die Bedeutung von Zertifizierungen weiter zunehmen. Neue Technologien und sich wandelnde Bedrohungsszenarien stellen die Sicherheitsbranche vor immer neue Herausforderungen. Zertifizierte Qualitätsstandards werden sich weiterentwickeln müssen – und mit ihnen auch die ausführenden Sicherheitsdienste.